Die Trauerrede als zentraler Bestandteil der Trauerfeier ist die letzte Gelegenheit, den Verstorbenen noch einmal zu würdigen. Sicher ist es nicht leicht, eine Trauerrede zu halten, aber es ist ein schöner letzter Liebesdienst, den man einem geliebten Menschen erweist. Der Einstieg gelingt oft sehr gut mit einem Trauerspruch  oder Gedicht.

Trauersprüche eBookBuchtipp: Stilvolle Trauersprüche und Trauerlyrik

Autor: Oliver Schmid
Verlag: BookRix München
ISBN: 978-3-7396-3438-8
Format: Kindle Edition
Preis: 2,99 Euro

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Wir sollen nicht trauern, dass wir die Toten verloren haben,
sondern dankbar dafür sein, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen: Denn wer heimkehrt zum Herrn, bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen.

Hieronymus 331-420

Wer ehrlich hat gelebt
und selig ist gestorben,
hat einen Himmel hier
und einen dort erworben.

Friedrich Freiherr von Logau

Wenn einer starb, den du geliebt hienieden,
So trag hinaus zur Einsamkeit dein Wehe,
Dass ernst und still es sich mit dir ergehe
Im Wald, am Meer, auf Steigen längst gemieden.
Da fühlst du bald, dass jener, der geschieden,
Lebendig dir im Herzen auferstehe;
In Luft und Schatten spürst du seine Nähe,
Und aus den Tränen blüht ein tiefer Frieden.
Ja, schöner muss der Tote dich begleiten,
Ums Haupt der Schmerzverklärung lichten Schein,
Und treuer – denn du hast ihn alle Zeiten.
Das Herz auch hat sein Ostern, wo der Stein
Vom Grabe springt, dem wir den Staub nur weihten;
Und was du ewig liebst, ist ewig dein.

Emanuel Geibel

Darin nämlich täuschen wir uns,
dass wir den Tod vor uns sehen:
Ein großer Teil des Todes ist schon vorbei.
Alles, was von unserem Leben hinter uns liegt,
gehört ihm.

Seneca

Es tut noch weh
wieder neuem Platz zu schaffen
Mit gutem Gefühl
etwas Neues zuzulassen
In diesem Augenblick
bist du mir wieder nah
wie an jedem so geliebten vergangenen Tag.

Unheilig

Sobald wir alle unsere Arbeiten auf dieser Erde erledigt haben
ist es uns erlaubt unseren Leib abzuwerfen
welcher unsere Seele wie ein Kokon den Schmetterling gefangen hält.
Wenn die Zeit reif ist,
können wir unseren Körper gehen lassen, und wir werden frei sein von Schmerzen,
frei von Ängsten und Sorgen,
frei wie ein wunderschöner Schmetterling
der heimkehrt zu Gott.

Elisabeth Kübler-Ross

Während Du schliefst,
klangen aus der Ferne sanft die Glocken.
Während Du schliefst,
verstummten die Vögel und erstarrte Dein Blick.
Während Du schliefst,
hast Du uns heimlich, still und leise verlassen.
Während Du schliefst,
ließest Du uns in großer Trauer zurück.

Wohin Du auch gehst,
werden Engel Dich behüten.
Wohin Du auch gehst,
wird Gott fest an Deiner Seite steh'n.
Wir werden Dich in unseren Herzen stets bewahren,
bis wir uns eines Tages wiederseh'n.

Jens Hohenschild

Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen.

Arthur Schopenhauer

Manchmal denke ich, ich habe es geschafft, habe den Gipfel fast
erreicht.
Doch dann kommen die Erinnerungen wieder.
Ein Lied. Ein Wort. Ein Gedanke.
Und schon rolle ich den Berg wieder hinab.
Vergessen werde ich dich nie,
denn in meinem Herzen trage ich all' unsere schönen Stunden.
Die schönsten Stunden meines Lebens.

Unbekannt

Wir gingen einen langen Weg gemeinsam.
Unser Lebensweg hatte Kurven,
es ging bergauf
und manchmal bergab.
Aber es war immer ein Weg der Liebe.

Sabine Coners


Ein bewegender Abschied

Eine Trauerrede zu halten ist eine sicher schwere, aber auch sehr schöne Aufgabe. Man kann dem Verstorbenen, zum Beispiel Vater, Mutter oder Partner, einen letzten Liebesdienst erweisen, indem man den Menschen noch einmal würdigt und seine Person ins Gedächtnis zurück ruft. Eine solche Rede anlässlich der Beisetzung kann für alle Anwesenden, besonders für die Hinterbliebenen, eine echte Trauerhilfe bei der Bewältigung ihres Kummers dar stellen.

Ehe Sie sich an den Entwurf seiner Trauerrede für die Bestattung machen, sollten Sie noch eine kleine Unterscheidung treffen, denn danach richtet sich die Länge der Rede. Es gibt verschiedene Typen von Trauerreden:

Trauerrede oder Leichenrede

Diese Rede bildet ein zentrales Element bei der Trauerfeier. Sie kann von einem Familienangehörigen, einem Geistlichen oder einem weltlichen Trauerredner oder Bestatter gehalten werden, wenn letzterer auf diesem Gebiet Erfahrung mit bringt.

Leichenpredigt

Von einer Leichenpredigt spricht man dann, wenn eine religiöse Trauerzeremonie bei Bestattungen abgehalten wird und der Pfarrer die Trauerrede hält. Diese geht dann oft nicht so stark auf den Verstorbenen ein, sondern will zusätzlich spirituellen Trost für die Gläubigen vermitteln, damit diese ihre Trauer besser bewältigen können.

Nachrufe

Nachrufe sind oft kurze Reden, die im Anschluss an die Trauerrede gehalten werden. Hierbei kommt der Redner meistens nicht aus dem familiären Umfeld, sondern aus dem Bereich der Arbeit oder eines Vereines. Im Nachruf wird nur knapp auf die Leistungen des Verstorbenen in diesem Kontext eingegangen.

Grabrede

Die Grabrede ist eine meist kürzer gehaltene Trauerrede, die direkt am offenen Grab gehalten wird. Sie ist kürzer, weil die Gäste stehen müssen /(was den betagteren unter ihnen nicht so leicht fällt) und weil der Geräuschpegel manchmal das Verstehen erschwert.

Aufbau von Leichenrede

Wenn Sie vor der Aufgabe stehen, eine Trauerrede zu entwerfen, so mag gar einer im ersten Moment verzweifeln. Aber mit ein paar Tipps und Ideen ist es gar nicht so schwer, eine berührende und schöne Rede zu verfassen, die den Toten noch einmal ehrt.

Anrede der Anwesenden

Üblicherweise spricht man die anwesenden Angehörigen mit Namen an, den Rest der Trauergesellschaft mit „verehrte Gäste“ oder einer ähnlichen Anrede. Wenn nicht alle Gäste Sie als Redner kennen, können Sie  hier auch kurz Ihren Namen und die Beziehung zum Verstorbenen oder seiner Familie skizzieren. So wissen die Zuhörer genau, wer zu ihnen spricht.

Einleitung

Hier werden Sie Ihre persönliche Betroffenheit schildern und übermitteln, welche Gefühle der Todesfall in Ihnen ausgelöst hat. An diesen Einstieg können Sie als Überleitung zum Hauptteil einen schönen Trauerspruch oder ein Gedicht zitieren, welches einen Bezug zum Verstorbenen hat. Diese Trauersprüche sind oft in besonders bewegenden Worten abgefasst und rühren an.

Hauptteil: Kurzer Überblick über die Lebenstationen

Hier können Sie in aller Kürze noch einmal die wichtigsten Stationen im Leben des Toten aufzählen und dabei auch seine Lebensleistungen würdigen.

Hauptteil: Würdigung der Person

In diesem Part werden das Wesen, der Charakter und die Persönlichkeit des Toten noch einmal gewürdigt. Sie sollten seine hervor stechenden Vorzüge erwähnen und diese gerne durch eine Anekdote oder Erinnerungen an ihn oder sie noch einmal ganz lebendig schildern.

Hauptteil: Auswirkungen des Todes

Dieser Teil dient dazu, noch einmal aufzuzeigen, wie sehr der Verstorbene das Leben bereichert hat und womit alle jetzt fertig werden müssen, was alle besonders vermissen werden, aber auch, was weiter wirken wird.

Schluss: Beileid an die Angehörigen und anderen Trauergäste

Hier sind einige einfühlsame Worte des Mitgefühls angebracht, die Ihre Verbundenheit mit den trauernden Angehörigen deutlich machen.

Schluss: Tröstende Worte

Zum Abschluss der Leichenrede sollten Sie noch ein paar tröstende Worte an die Gesellschaft richten, dies kann gerne wieder in Form eines passenden Trauerspruchs geschehen.

Danke und Verabschiedung

Ein kurzes Danke und eventuell ein Hinweis auf den nächsten Punkt der Trauerfeier beenden die Trauerrede.

Leichenreden sollten fünf bis sieben Minuten nicht überschreiten, sie sind für alle Anwesenden natürlich hochgradig emotional. Sollten Sie selbst zwischendurch die Fassung verlieren, während Sie die Rede halten, machen Sie am besten eine kurze Pause – das ist völlig in Ordnung und verständlich. Die erste Rede, die Sie bei einem Trauerfall gehalten haben, lässt Sie sicher spüren, dass die intensive Beschäftigung mit dem Verstorbenen im Vorfeld eine sehr wirksame Form der Trauerbewältigung sein kann.

Eine schwierige Frage: Wie spricht man einen Suizid an?

Wenn man eine Trauerrede halten muss und der Verstorbene von eigener Hand gestorben ist, so ist das sicher eine besonders große Herausforderung. Es ist unsinnig und nicht angemessen, das Thema zu ignorieren und zu verschweigen, es bedarf aber großer Sensibilität. Auf keinen Fall sollten Sie die Frage nach dem Warum oder der Schuld anschneiden, sondern eher die Trauer, Fassungslosigkeit und die Sprachlosigkeit kurz erwähnen, die Sie alle ergriffen hat. Auch Spekulationen über die Gründe sind meist nicht angemessen, akzeptieren Sie als Redner in diesem Kontext die Tatsache so, wie sie ist. Die Fragen und Vorwürfe werden sich alle Beteiligten ohnehin stellen, daher gehören sie in die Trauerrede nicht hinein.

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