Nichts ist schwerer als der Abschied von einem geliebten Menschen – und wenn er aufgrund des Todes für immer ist, ist die Bürde ungeheuer schwer. Aber eine gemeinsame Trauerfeier kann diesen Abschied zumindest würdig gestalten und in der gemeinsamen Verbundenheit ein wenig leichter machen. Und zur Einstimmung auf diesen Abschied eignen sich Trauersprüche und Trauertexte besonders gut.

Trauersprüche eBookBuchtipp: Stilvolle Trauersprüche und Trauerlyrik

Autor: Oliver Schmid
Verlag: BookRix München
ISBN: 978-3-7396-3438-8
Format: Kindle Edition
Preis: 2,99 Euro

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Mit jedem Menschen stirbt eine Welt,
und mit dir stirbt mehr als nur eine.

Unbekannt

Die sich hier liebten,
werden sich drüben noch weit inniger lieben
und ohne irgendeine Spur von Furcht
noch einmal getrennt zu werden,
einander unendlich liebenswert bleiben.

Augustinus

Der Tod bedeutet nichts anderes, als Leben in rein geistigem, geläutertem, glückseligem Zustand, Befreiung der Seele vom erdenschweren Leid.

Rudolf von Tavel

Du bist ins Leere entschwunden,
aber im Blau des Himmels hast du eine unfassbare Spur zurückgelassen,
im Wehen des Windes unter Schatten ein unsichtbares Bild.

Rabindranath Tagore

Die Menschen haben eine Seele, die noch lebt,
nachdem der Körper zu Erde geworden ist;
sie steigt durch die klare Luft empor,
hinauf zu all den glänzenden Sternen.

Hans Christian Andersen

Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
Ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.

Dietrich Bonhoeffer

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe,
aus ein paar sonnenhellen Tagen
sich soviel Licht ins Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht.

Johann Wolfgang von Goethe

Und die Seele unbewacht
will in freien Flügen schweben,
um im Zauberkreis der Nacht,
tief und tausendfach zu leben.

Hermann Hesse

Wie wird mir? Leichte Wolken heben mich,
der schwere Panzer wird zum Flügelkleid.
Hinauf, hinauf, die Erde fliegt zurück,
kurz ist der Schmerz, aber ewig ist die Freude.

Friedrich von Schiller

Nicht mehr untergehen wird deine Sonne, noch wird dein Mond abnehmen; denn der Herr wird dir zum ewigen Licht sein. Und die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben.

Jesaja 60, 20


Wir nehmen gemeinsam Abschied

Je nachdem, wofür man sich entscheidet, wird der Ablauf der Trauerfeier unterschiedlich sein.

Weltliche oder religiöse Zeremonie

Die Rituale, die zu einer religiösen Zeremonie gehören, sind als Rituale mit langer Tradition sehr tröstlich und stabilisierend. Die religiösen Trauersprüche sollen den Trost Gottes bieten und die Hoffnung auf die Auferstehung des Menschen ansprechen. Wer gestorben ist, ist nicht für immer von uns getrennt, sondern es wird ein Wiedersehen im Jenseits geben, so die Botschaft. Allerdings finden sich in der heutigen  Zeit unter den Angehörigen immer mehr konfessionslose Menschen, die lieber eine weltliche Beisetzung haben möchten, aber auf die würdige Gestaltung nicht verzichten wollen.

Das muss auch nicht sein, denn die weltliche Beerdigung kann genau so ablaufen wie die religiöse, es werden nur religiöse Inhalte durch weltliche ersetzt. Die Zeremonie wird dann von einem Trauerredner geleitet, die Trauertexte, Trauersprüche und Lieder kommen aus dem weltlichen Kontext. Statt Gebeten und Fürbitten kann man dem Toten letzte Grüße oder Wünsche mit geben, die ebenfalls gerne in Form eines Spruchs übermittelt werden.

Aufbahrung

Früher war es üblich, dass der Verstorbene offen oder halboffen im Sarg aufgebahrt wurde. So konnten alle Gäste der Trauerfeier ein wenig früher erscheinen und ihren ganz persönlichen Abschied von dem Toten nehmen. Diese tröstliche Sitte war einige Zeitlang verschwunden, aber man sollte sich ernsthaft überlegen, ob man diese Tradition nicht wieder auf greifen möchte. Die meisten Menschen empfinden diesen letzten Anblick und Abschied als extrem tröstlich und hilfreich, weil so das Wort Abschied auch eine ganz reale Bedeutung bekommt. Welche Möglichkeiten bestehen, sollte man mit dem Bestatter klären. Auf jeden Fall sollte man im Falle einer Aufbahrung entsprechend mehr Zeit für die Trauerfeier mit einplanen.

Erd- oder Feuerbestattung

Bei einer Erdbestattung steht der mit Blumen und Tüchern schön geschmückte Sarg im Zentrum der Trauerhalle oder Kapelle, bei einer Feuerbestattung hat man zwei Möglichkeiten.

Man kann die Feier ebenfalls mit dem Sarg veranstalten, der dann nach der Trauerfeier in ein Krematorium überführt wird. In diesem Fall entfallen der Trauerzug zur Grabstätte und die eigentliche Beisetzung, weil die Urne mit der Asche meistens erst ein oder zwei Wochen später zur Verfügung steht und dann im kleinen Kreise beigesetzt wird.

Die andere Möglichkeit ist die, dass man die Kremation vorher vornehmen lässt und die Trauerfeier dann mit der Urne vorgenommen wird. In diesem Fall entfällt natürlich die Aufbahrung, aber man kann mit der gesamten Trauergemeinde die Bestattung vor nehmen.

Auch besondere Formen der Bestattung beeinflussen die Trauerfeier stark. Entscheidet man sich für eine Seebestattung, so ist die Trauerfeier meistens eher kurz, auch die eigentliche Bestattung auf See wird wegen der Möglichkeiten (und der Kosten) nur im kleinen Kreis vorgenommen. Auch Blumenspenden und Kränze entfallen in einem solchen Fall – darauf sollte man unbedingt in der Einladung hin weisen.

Blumenschmuck

Immer öfter liest man in Traueranzeigen, dass die Angehörigen darum bitten, statt Blumenschmuck lieber eine Spende an eine wohltätige Organisation zu tätigen. Diese gute Absicht ist natürlich völlig verständlich und ehrenwert – Trauerfloristik ist nicht billig, und die wunderschönen Gestecke und Kränze halten oft nur sehr kurz. Der Verstorbene merkt es ja ohnehin nicht mehr, so die Argumentation für diese Variante.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Überlegung nicht zu kurz greift. Denn wenn man genauer darüber nachdenkt, sind die Blumen, Kränze und Gestecke ja eigentlich nicht für den Toten, sondern für die Lebenden. Der Anblick einer kahlen Trauerhalle, eines ungeschmückten Sarges und eines nackten Grabhügels trägt sicher nichts dazu bei, die emotionale Befindlichkeit der Trauergemeinde positiv zu beeinflussen, sondern kann im Gegenteil die Trostlosigkeit der Trauer und des Abschieds noch immens verstärken. Daher sollte man doch darüber nachdenken, ob man nicht doch zumindest einen minimalen Blumenschmuck besorgt, um sich von der fragilen Schönheit und Farbigkeit der Pflanzen trösten zu lassen.

Kondolenzbuch und Beileidsbekundungen

Man sollte sich überlegen, ob man ein Kondolenzbuch auslegt, in welches die Gäste ihre Beileidsbekundungen eintragen können. Entscheidet man sich dafür, so sollte man unbedingt entsprechend mehr Zeit mit einplanen oder das Kondolenzbuch zum Leichenschmaus mitnehmen. Für eine Trauerfeier planen die entsprechenden Institutionen meistens etwa dreißig Minuten ein, und das kann mit den Einträgen ins Kondolenzbuch etwas knapp werden.

Wenn man nicht weiß, ob man am Grab seine Fassung behalten wird, kann man überlegen, ob man in der Einladung zur Trauerfeier darum bittet, von Beileidsbekundungen am Grab Abstand zu nehmen. Das ist völlig legitim, da die meisten Gäste ihr Beileid ohnehin schon schriftlich mit einer Kondolenzkarte übermittelt haben.

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