Der Termin steht fest, und die Trauergemeinde trifft ein. Damit der Abschied auch wertschätzend gestaltet werden kann, ist ein zentraler Baustein eine Trauerrede, in der man das Leben des Verstorbenen und seine Verdienste noch einmal Revue passieren lässt. Ein schöner Einstieg in eine Trauerrede ist ein passender Trauerspruch.

Trauersprüche eBookBuchtipp: Stilvolle Trauersprüche und Trauerlyrik

Autor: Oliver Schmid
Verlag: BookRix München
ISBN: 978-3-7396-3438-8
Format: Kindle Edition
Preis: 2,99 Euro

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Wo der Tod auf uns wartet, ist unbestimmt,
wir wollen überall auf ihn gefasst sein.

Michel de Montaigne

Der menschliche Geist kann mit dem Körper nicht absolut zerstört werden, sondern es bleibt von ihm etwas übrig, das ewig ist.

Baruch de Spinoza

Mit dem Tod seiner Eltern verliert man ein Stück seiner Vergangenheit,
mit dem des Partners einen Teil seiner Gegenwart,
mit dem seines Kindes einen Teil seiner Zukunft.

Antoine de Saint-Exupéry

Wunderbare Verwandlung.
Die starken, tätigen Hände sind dir gebunden.
Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende deiner Tat.
Doch atmest du auf und legst das Rechte
still und getrost in stärkere Hand und gibst dich zufrieden.
Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,
dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.

Dietrich Bonhoeffer

Tod!
Eine Welt voll Schmerzen liegt in diesem Worte.
Es ist ein zweischneidiges Schwert, das, indem es das teuerste unseres Herzens mordet, so tief in die Brust eindringt, dass sich alles um uns her verdunkelt, wenn auch die Sonne auf Millionen Glückliche scheint.

Hans Christian Andersen

Sterben heißt,
das dunkle Ufer
des Lebens verlassen,
um ans helle Ufer
der Ewigkeit zu gelangen.

Irmgard Erath

Wenn etwas
von uns fortgenommen wird,
womit so ist viel von uns selber
fortgenommen.
Gott aber will,
dass wir uns wieder finden,
reicher um alles Verlorene
und vermehrt um jeden
unendlichen Schmerz.

Rainer Maria Rilke

Sage, wie bist du vom Wachzustand in den Schlaf gelangt
und worin besteht dieser Übergang?
Ebenso unmöglich ist es, zu begreifen und zu sagen,
worin der Übergang vom Leben zu Tode besteht.

Leo H. Tolstoi

Verzerrt durch Raum und Zeit
spüre ich ein Seufzen
und höre deine Stimme,
die den schwarzen Vogel ruft,
am Fenster zur Unendlichkeit.
Schon schwebt er sanft herein,
lässt sich bei dir nieder
und schaut dich wartend an.
Du nickst ihm dankbar zu
und fühlst dich nicht allein.
Dein Tod kommt ohne Schmerzen,
ich seh‘ dich darauf warten
und deinen Blick zurück.
Der Zeitpunkt passt,
du gehst mit leichtem Herzen.
Ich hebe noch zum Gruß die Hand,
hör dein erlöstes Lachen.
Du fliegst an mir vorbei
und folgst jetzt deiner Lebensspur
in ein anderes Land.

Christine Meyer

Immer enger, leise, leise
ziehen sich die Lebenskreise,
schwindet hin, was prahlt und prunkt,
schwindet Hoffen, Hassen, Lieben
und ist nichts in Sicht geblieben
als der letzte dunkle Punkt.

Theodor Fontane


Bewegende Worte, eine letzte Ehrung

Ein geliebter Mensch ist verstorben, und nun möchten die Hinterbliebenen ihn mit einer schönen Trauerfeier würdig verabschieden. Zu dieser Trauerfeier gehört als ein zentrales Element die Trauerrede, in der noch einmal das Leben des Verstorbenen skizziert wird und seine Lebensleistungen und Charaktereigenschaften gewürdigt werden. So soll der Abschied in einer angemessenen Zeremonie statt finden, die mit ihren Ritualen immer als tröstlich empfunden wird.

Auswahl eines Trauerredners

Bei der Auswahl eines geeigneten Trauerredners hat man verschiedene Möglichkeiten.

Der religiöse oder kirchliche Trauerredner

Diesen wählt man üblicherweise für Trauerfeiern, wenn die Bestattung in einer religiösen Zeremonie statt findet. Bei diesen Trauerreden, die vom Geistlichen gehalten werden, geht es dann allerdings nur kurz um den toten Menschen, denn der Sinn des Gottesdienstes ist es, die Seele des Menschen Gott anzuvertrauen und die Botschaft der Auferstehung zu verkünden.

Ein Geistlicher kostet üblicherweise nichts, manchmal erbittet er vielleicht aber eine Erstattung der Fahrtkosten oder eine kleine Spende für die Gemeinde.

Der private Trauerredner

Manchmal entschließt sich die Familie auch dazu, die Trauerrede selbst zu halten. Dabei kann dies ein einzelnes Familienmitglied übernehmen, oder aber es sprechen mehrere Angehörige. Diese Form der Grabrede hat den Vorteil, dass die Redner, die den Toten ja sehr gut gekannt haben, besonders gut auf ihn und seine Eigenarten eingehen können.

Der professionelle Trauerredner

Wenn ein religiöser Bestattungsredner nicht in Frage kommt und sich in der Familie niemand findet, der diese Aufgabe übernehmen könnte, so kann man einen professionellen Trauerredner engagieren. Diese weltlichen Grabredner sind in der Regel unabhängig von Konfessionen oder Institutionen und können eine Rede nach den Wünschen der Angehörigen halten.

Dabei führen sie vorab einige Gespräche mit den Hinterbliebenen, um sich ein Bild machen zu können, was für ein Mensch der Verstorbene war. Davon ausgehend können sie dann eine maßgeschneiderte Rede entwerfen, die mit den Angehörigen abgestimmt werden kann. Die weltlichen Trauerredner können auf Wunsch natürlich religiöse Symbole und Inhalte mit einbeziehen, aber üblicherweise halten sie konfessionsunabhängige Reden. Die Redner können dabei Weltanschauungsgemeinschaften wie humanitären Organisationen oder Zusammenschlüssen von Freidenkern angehören.

Die Auswahl eines weltlichen Trauerredners

In Deutschland gibt es etwa 500 weltliche Trauerredner, die aus verschiedenen Berufsfeldern kommen. Es sind freie Theologen, Psychologen, Seelsorger und Mitarbeiter von Bestattungsunternehmen oder selbstständige Redner, die auch zu anderen Anlässen Reden halten. Der Beruf des Trauerredners ist nicht geschützt, und es gibt bisher keine definierte oder fest geschriebene Ausbildung an einer Akademie oder ähnlichem.

Es existiert eine Art Berufsverband, davon gibt es in der BRD sogar zwei. Zum einen ist das die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerfeier, zum anderen den Fachverband für weltliche Trauer- und Bestattungskultur. Das Ziel der Verbände ist es, sich dafür einzusetzen, dass auch die weltliche Trauerfeier eine würdige Zeremonie ist, die die Trauernden beim Abschied nehmen von ihrem Angehörigen begleiten kann. Die Kosten für einen professionellen Trauerredner liegen zwischen 150 und 900 Euro, je nach Region und Erfahrung, die der Redner mit bringt.

Wie in allen Berufsfeldern auch gibt es unter den Trauerrednern natürlich Qualitätsunterschiede. Bei einem Redner für die Trauerfeier sind sicher rhetorische Fähigkeiten gefragt, aber wichtiger ist fast noch das Einfühlungsvermögen, das der Redner mitbringen sollte. Dazu tragen Alter und Erfahrung bei, und die gegenseitige Sympathie spielt sicher auch eine Rolle. Deshalb sollte man sich bei der Auswahl des weltliche Trauerredners auch von seinem Gefühl leiten lassen.

Bewegende Worte für den Abschied

Professionelle Trauerredner aus dem weltlichen Bereich haben meistens eine besondere Ausbildung genossen, wie man die richtigen Worte findet, um Menschen zu bewegen, zu berühren und zu trösten. Dabei greifen sie auch oft auf Zitate, Gedichte und Trauersprüche zurück, an die sie dann mit den Worten über den Verstorbenen anknüpfen können. So wird das Begehen des Abschieds zu einer wunderbaren gemeinsamen Erfahrung, die trotz aller Trauer und allen Schmerzes sehr tröstlich ist.

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