Der schwarze Rand und das schwarze Seidenfutter des Umschlags zeigen es sehr deutlich an: Dieser Brief enthält keine frohe Nachricht, sondern eine Trauerkarte, die den Tod eines Menschen bekannt gibt. Schweren Herzens zieht man die Karte heraus und muss sich dem Unfassbaren stellen, denn ein bekannter oder gar geliebter Mensch ist gestorben. Oft zeigt ein Trauerspruch in den Trauerkarten an, wie die Hinterbliebenen des verstorbenen Menschen mit dem Tod umgehen.

Trauersprüche eBookBuchtipp: Stilvolle Trauersprüche und Trauerlyrik

Autor: Oliver Schmid
Verlag: BookRix München
ISBN: 978-3-7396-3438-8
Format: Kindle Edition
Preis: 2,99 Euro

Jetzt bei Amazon kaufen

Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser, Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!

Johann Wolfgang von Goethe

Herr, die in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Eduard Mörike

Sterben ist das Auslöschen der Lampe im Morgenlicht, nicht das Auslöschen der Sonne.

Rabindranath Tagore

Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von außen schon so schön aussieht!

Astrid Lindgren

Denn es geschehen Dinge, die wir nicht begreifen können. Wir stehen machtlos und stumm daneben.

Unbekannt

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Psalm 67

Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen.

Marie von Ebner-Eschenbach

Dein Lächeln zum Abschied nehme ich mit in den Tag. Es wird mich wärmen, bis wir uns wieder sehen.

Manfred Mai

Gott selbst wird bei den Menschen wohnen. Er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid wird mehr sein.

Offenbarung 21,3.4

Wenn wir das Ufer des diesseitigen Lebens verlassen, liegt ein neues Gewand am jenseitigen Ufer bereit.

Emanuel Geibel

Trauern heißt: Nicht lautes Klagen, trauern heißt: liebevolles Erinnern.

Unbekannt


Der letzte gemeinsame Weg

Unter einer Trauerkarte im engeren Sinne versteht man die Karte, die anlässlich des Todes eines Menschen von den Hinterbliebenen an entferntere Verwandte, Freunde, Kollegen und Nachbarn verschickt wird, um den Tod bekannt zu geben und eventuell zur Trauerfeier einzuladen. Die Karte, die man als Kondolierender verschickt, wird zwar auch oft Trauerkarte genannt, aber eigentlich handelt es sich um eine Beileidskarte, mit der man seine Anteilnahme ausdrückt. Eine Trauerkarte wird also nur von der Familie des Verstorbenen verschickt, die damit eine schmerzliche Pflicht erfüllen müssen.

Ist die Trauerkarte auf Papier noch zeitgemäß?

Diese Fragen entstehen immer öfter, wenn man bedenkt, wie sehr die modernen Medien in unseren Alltag eingezogen sind und ihn fast schon dominieren. Daher ist die Frage sicher nicht ganz unberechtigt, ob man nicht auch bei einem Todesfall den modernen Zeiten ihren Tribut zollen und eine elektronische Trauerkarte verschicken sollte.

Die Geschichte der Trauerkarte auf Pergament und später Papier ist sehr lang. Schon im Mittelalter informierten sich die Klöster gegenseitig über den Tod eines ihrer Brüder, indem sie einen Boten mit einer Pergamentrolle – der „Trauerkarte“ – durch die Lande schickten, die oben mit einem Trauerspruch versehen war und von Kloster zu Kloster mit weiteren Trauersprüchen und Gebeten ergänzt wurde. Diese Sitte bürgerte sich im Lauf der Zeit auch in anderen Kreisen ein, so dass der Versand von Trauerkarten allgemein üblich wurde.

Die Antwort auf die obige Frage ist nicht einfach. Sicher kann man per Email sehr schöne Trauerkarten als E-Card verschicken, die auch individuell und liebevoll gestaltet werden können. Auch die elektronische Karte kann mit einem einleitenden Spruch beginnen, ein Foto enthalten und vielleicht sogar noch aufwändiger gestaltet werden, als es bei einer gedruckten Karte möglich ist.

Und doch ist vielleicht die herkömmliche Sitte eine stilvolle Art, den Tod und den Abschied von einem verstorbenen Menschen bekannt zu geben. Gerade weil hochwertige Post auf Papier so selten geworden ist, sollte man diesen Weg für ein so einmaliges Ereignis, wie es der Tod eines Menschen nun einmal ist, wählen. Dadurch kann man auch äußerlich sehr schön die Wertschätzung ausdrücken, die man für verstorbene Menschen empfindet, und der Nachricht den außergewöhnlichen Stellenwert geben, den sie leider hat.

Inhalte einer Trauerkarte

Zwar hat man bei der Gestaltung einer Trauerkarte große Freiräume, aber es gibt einige Inhalte, die die Karte auf jeden Fall transportieren sollte sowie einige, die üblicherweise enthalten sind.

Ein passender Trauerspruch

In fast allen Trauerkarten findet sich ein Trauerspruch, der liebevoll ausgewählt wurde und auf einfühlsame Art den Umgang der Familie mit dem Todesfall ausdrücken soll. Es können tröstende Worte sein, die Trauersprüche können noch einmal die Liebe zum Ausdruck bringen, die man für den Toten empfindet, oder sie schildern das Entsetzen, welches die Nachricht vom Tod bei den Angehörigen ausgedrückt hat. Die Sprüche können kurze Gedichte sein, ein Bibelvers oder eine knappe Lebensweisheit, die zum Verstorbenen passt. Ist der Verfasser bekannt, so sollte man ihn möglichst mit angeben.

Die Lebensdaten der verstorbenen Person

Hier gibt man Namen (wen zutreffend auch den Geburtsnamen), Geburts- und Sterbetag und Jahr an, auch den Ort, an dem die Person gestorben ist. Heutzutage werden diese Informationen meistens noch mit einem schönen Portraitfoto ergänzt, das den Toten noch einmal in all seiner Lebendigkeit zeigt.

Die Absender der Trauerkarte

Hier werden alle Familienmitglieder samt der verwandtschaftlichen Beziehung zu dem Toten genannt, vom engeren zum weiteren Verwandtschaftsgrad. Also Ehepartner, Kinder, Eltern, dann Geschwister, Enkel etc. Ist die Familie sehr groß und der Platz auf der Karte knapp, so kann man manchmal auch zusammen fassend eine Formulierung wie „und alle Enkel und Enkelinnen“ benutzen.

Daten zur Trauerfeier

Wenn die Trauerkarte auch als Einladung zur Trauerfeier dienen soll, so gibt man hier alle notwendigen Informationen an, die für die Gäste hilfreich sind. Ort, Zeit, Datum sowie weitere Informationen, zum Beispiel, ob man davon Abstand nehmen möge, auf der Feier sein Beileid aus zu drücken, sind wichtig. Denn manche Familien befürchten, dass sie eine Beileidsbekundung am Grab nicht durch stehen würden. Dann sollte man seine Kondolenz auf jeden Fall zeitnah mit Beileidskarten übermitteln. Manche Familien bitten auch darum, von einem Kranz mit Trauerschleife ab zu sehen und stattdessen an eine wohltätige Organisation zu spenden.

Optional: Der Grund des Todes

Oft findet man in Trauerkarten Formulierungen wie „nach langer Krankheit“ oder „jäh durch einen Unfall entrissen“. Die Angabe der Todesursache bietet sich dann an, wenn man vermeiden möchte, dass viele Nachfragen zu diesem Thema kommen.

Bei der optischen Gestaltung der Trauerkarten hat man viel Spielraum, so ziert bei einer Klappkarte die Vorderseite oft ein schönes Foto (sehr häufig besinnliche Naturaufnahmen), während der Trauerspruch und die Informationen sowie das Foto der verstorbenen Person auf den Innenseiten stehen. Die Karten werden normalerweise inkl. Umschlägen bestellt, die traditionell ein schwarzes Seidenfutter haben. Auf den schwarzen Rand, der traditionell aufgedruckt wurde, verzichten allerdings immer mehr Angehörige.

Weitere Trauersprüche finden Sie hier: