Wir wollen sie in der Stunde des Kummers und der Trauer nicht allein lassen, die Menschen, die jemanden durch den Tod verloren haben. Aber wir können nicht viel tun – außer ihnen in einem Beileidsschreiben Worte des Trostes zukommen zu lassen. Dabei können Trauersprüche helfen, die zum Teil religiöser, zum Teil weltlicher Natur sind.

Trauersprüche eBookBuchtipp: Stilvolle Trauersprüche und Trauerlyrik

Autor: Oliver Schmid
Verlag: BookRix München
ISBN: 978-3-7396-3438-8
Format: Kindle Edition
Preis: 2,99 Euro

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Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem Tag.

Dietrich Bonhoeffer

Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben, so lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.

Friedrich von Logau

Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast.

Antoine de Sant-Exupéry

Lass dich fallen
in deine Trauer,
und schäme dich nicht
deiner Tränen.
Weine um vergangenes Glück,
aber öffne dein Herz
für all die Liebe,
die dir gegeben wird.

Annette Andersen

Niemand ist fort, den man liebt, denn Liebe ist ewige Gegenwart

Stefan Zweig

Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt!

Augustinus

Unser Glaube an Gott bestimmt,
wie wir mit unserem zerbrochenen Träumen fertig werden.
Er gibt uns die Überzeugung,
dass jenseits des zeitlichen Lebens das ewige Leben herrscht.

Martin Luther King

Unsere Toten leben fort in den süßen Flüssen der Erde,
kehren wieder mit des Frühlings leisem Schritt,
und es ist ihre Seele im Wind,
der die Oberfläche der Teiche kräuselt.

Häuptling Seattle

Was wir ausstrahlen in die Welt,
die Wellen, die von unserem Sein ausgehen,
das ist es, was von uns bleiben wird,
wenn unser Sein längst dahingegangen ist.

Victor Frankl

Wir nehmen den Tod auf dem Weg zu den Sternen.

Vincent van Gogh


Beileidsschreiben

Beschwingt öffnet man den Briefkasten und blättert durch den Stapel der Post. Und dann sieht man den schwarzen Rand auf dem Umschlag und weiß, dass einen Menschen, den man kennt und schätzt, ein Schicksalsschlag getroffen hat. Denn der schwarze Rand verkündet von nichts anderem als dem Tod. Vielleicht verkünden die Angehörigen den Tod ihres Vaters, vielleicht hat ein Ehemann seine Frau verloren, vielleicht ist sogar ein kleines Kind gestorben.

Hat man den Umschlag geöffnet und die Nachricht gelesen, so wird man neben der eigenen Trauer auch schnell Mitgefühl und Anteilnahme mit den Hinterbliebenen des Verstorbenen empfinden, die nun wie man selbst Abschied von einem geliebten Menschen nehmen müssen. Aus dieser Verbundenheit heraus, ist es natürlich ein Bedürfnis, der Familie, die von dem Todesfall betroffen ist, sein Beileid zu übermitteln.

Das Beileidsschreiben als Beileidsbekundung

Seine Kondolenz kann man natürlich auch mit einer Beileidskarte aussprechen, aber wenn man den betroffenen Menschen oder die Familie näher kennt, sind solche kurzen Beileidskarten fast schon ein Affront. Eine vorgedruckte Standardkarte, die nur noch unterzeichnet wird, passt zu einer distanzierten oder formellen Beziehung, aber nicht zu einer engeren Beziehung oder Freundschaft. Hier sollte man sich schon die Mühe machen, ein einfühlsames Kondolenzschreiben zu verfassen, um der Art der Beziehung gerecht zu werden.

In diesem Fall stehen viele Menschen jedoch vor einem kleinen Problem, da sie noch nie solche Briefe verfassen mussten und nicht wissen, ob die eigenen Worte und Formulierungen auch wirklich hilfreich und angemessen sind. Zum Glück haben sich die Menschen seit Jahrtausenden mit dem Thema Tod und Kondolenz beschäftigt, so dass man auf eine Fülle an wunderbaren Sprüchen zurück greifen kann. Mit dieser Ressource und einer Idee, wie man ein Beileidsschreiben aufbauen kann, dürfte die Aufgabe zu bewältigen sein.

Aufbau eines Beileidsschreibens

Es gibt eine bewährte Struktur für diese Art der Beileidsbekundungen, die man als kleinen Leitfaden her nehmen kann, um selbst ein einfühlsames und tröstliches Schreiben zu verfassen.

1. Anrede

Am besten spricht man die Adressaten natürlich persönlich an, aber manchmal war man vielleicht nur mit dem Verstorbenen intimer bekannt oder kennt nicht alle Namen der Familie, dann kann man die Hinterbliebenen auch als „Liebe Familie XY“ ansprechen.

2. Eigene Reaktion auf die Nachricht

Hier teilt  man mit, welche Emotionen der Erhalt der Nachricht in einem selbst ausgelöst hat.

Erschüttert und entsetzt habe ich vom Tod von XY erfahren…

Tief betroffen las ich die Nachricht vom unerwarteten Ableben XYs…

Sprachlos und in tiefer Trauer musste ich die Nachricht vom Tod Ihres XY lesen…

3. Bewährt: Ein Trauerspruch

Nach den kurzen einleitenden Worten bietet es sich an, einen schönen Trauerspruch als Aufhänger für die weiteren Ausführungen und als Trost für die Empfänger des Beileidsschreibens zu nehmen. Zitate, troststiftende Gedichte, Trauertexte und besinnliche Sprüche drücken oft in wunderbaren Worten die Gedanken und Gefühle aus, die uns bewegen und für die uns die eigenen Worte fehlen. Am besten wählt man einen Trauerspruch aus, der den Charakter oder die Lebenseinstellung des Verstorbenen widerspiegelt, weil man so wunderbar seine Wertschätzung für den Toten zeigen und zu einigen persönlichen Worten über ihn überleiten kann. So ein Spruch oder Gedicht kann noch einmal sehr schön ausdrücken, wie schwer es ist, einen Menschen zu verlieren, den wir lieben.

4. Erinnerung und aufrichtige Würdigung

In diesem Teil des Beileidsschreibens geht man ganz konkret auf die Vorzüge der verstorbenen Person ein, wie man sie selbst erlebt hat. Man stellt noch einmal heraus, was man an ihr so geschätzt hat, wofür man dankbar ist, was für ein herzliches Verhältnis man zu ihr hatte, wie sie das Leben bereichert hat. Eine kleine Anekdote ist oft ein wertvoller Schatz für die Hinterbliebenen, die dieses Erlebnis ihres Angehörigen vielleicht noch gar nicht kannten.

Wenn vorhanden, kann man dem Kondolenzschreiben auch noch einen schönen Schnappschuss des Verstorbenen bei fügen – die Familie freut sich im Normalfall sehr, wenn sie ein weiteres kleines Puzzleteil aus dem Leben ihres Angehörigen erhält, welches sie womöglich noch nicht in ihrem Besitz hatte.

Diese Ausführungen über den Verstorbenen sollte man mit seinen eigenen Empfindungen verbinden, um auf zu zeigen, dass die Familie in ihrer Trauer um den Toten nicht allein ist.

5. Verbundenheit mit den Angehörigen zeigen

Hier kann man kurz darauf eingehen, wie schwer der Verlust für die Angehörigen sein muss und wie sehr man versucht, mit ihnen zu fühlen. Natürlich kann man den Schmerz nicht vollständig mit empfinden, aber doch ansatzweise nach voll ziehen. Aber oft wird man ihnen einfach mitteilen, dass man diesen Schmerz nicht wirklich ermessen kann.

6. Angebot der Unterstützung

Je nach der Beziehung und der persönlichen Lebenssituation kann man nun der Familie seine Unterstützung anbieten. Sie kann bei einer religiösen Familie spiritueller Trost sein („Ich bete für Sie und XY“), sie kann emotionaler Natur sein („Ich habe jederzeit ein offenes Ohr und eine Schulter zum Anlehnen für dich“), oder aber sie besteht in praktischer und tätiger Hilfe.

7. Beileidsbekundungen

Hier folgen Worte des Beileids, die noch einmal die Verbundenheit zu den Angehörigen ausdrücken sollen.

Tief berührt spreche ich dir mein Beileid aus.

Du hast mein aufrichtiges Mitgefühl und kannst dich jederzeit auf mich verlassen.

Meine aufrichtige Anteilnahme zum Tod von XY – in Gedanken bin ich bei dir.

8. Abschiedsgruß

Zum Schluss verabschiedet man sich noch mit einer passenden Abschiedsformulierung:

In stillem Gedenken

In freundschaftlicher Verbundenheit

Ich fühle mit dir

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